Die Feiertage sind mehr oder weniger überstanden und mit ihnen auch zahlreiche Speisen und Kekse verzehrt. Allerdings hat die festtägliche Schlemmerei längere Wirkungen als ein unbeschreibliches Völlegefühl. Der Magen ist überfodert mit zu vielen nahrhaften Speisen und braucht gerade in solchen Ausnahmesituationen Hilfe. Natürlich gibt es zahlreiche Präparate bei Arzt und Apotheker. Aber eines der effektivsten Mittelchen steht möglicherweise auch in Ihrem Spirituosenlager. Der Enzianschnaps. Ob man die bittere Wurzel nun in Form eines Schnapses, als Tee, Pulver oder Tinktur zu sich nimmt, spielt keine Rolle. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal in diesem Zusammenhang ist lediglich der starke bittere Geschmack. Dieser bittere Geschmack ist charakteristisch für genau diese Merkmale des Krautes, die die Produktion von Magensaft anregen und damit die Verdauung unterstützen. Diese Wirkung wurde bereits im 13. Jahrhundert dokumentiert und hat sich, speziell im Alpenraum bis heute gehalten. Allerdings steht der gelbe Enzian unter strengem Naturschutz. Aus diesem Grund wird die majestätische Pflanze, die eine Höhe von bis zu 150 cm erreichen kann, speziell für die Schnaps- und Teeproduktion angebaut. Bis die Wurzeln allerdings wirklich erntereif sind, dauert es sehr lange. Denn die Pflanze wächst, wie viele Pflanzen der Bergregionen, sehr langsam und erreicht unter normalen Umständen auch ein beachtliches Alter: bis zu 60 Jahre ist eine Pflanze Teil ihrer Umgebung. Ihre ersten Blüten trägt sie erst im Alter von zehn. Aus diesem Grund ist es auch umso wichtiger, dass auf Wanderungen nicht willkürlich Pflanzen gepfückt werden. Denn die Pflanzenwelt der Alpen birgt Potential und braucht seine Zeit, um dieses uns dann auch zur Verfügung stellen zu können. Denn geerntet werden nur sehr alte Pflanzen, deren Wurzeln auch ihre maximale Größe erreicht haben. Der gelbe Enzian ist ein Naturjuwel und es soll deshalb auch darauf geachtet werden, dass kein Schnaps bei Schwarzbrennereien gekauft wird, weil hier keine reglementierte Ernte des wildgewachsenen gelben Enzians garantiert werden kann. Zur Kontrolle des Schutzes der Pflanzen wird die Bergwacht in jedem Bundesland in Österreich herangezogen.
Haben Sie möglicherweise schon einmal den Enzian gesehen oder den bitteren Schnaps getrunken? Denn auch wenn er bei Magenbeschwerden hilft - auch für der erfahrendste Schnapsgenießer kann sich beim Enzianschnaps ein Zusammenziehen aller Gesichtsmuskeln nicht verhindern lassen.






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